29.01.26 – GfK Konsumklima powered by NIM
Erholungstendenzen auf niedrigem Niveau
Laut dem GfK Konsumklima powered by NIM hat sich die Stimmung der Verbraucher in Deutschland zu Jahresbeginn etwas aufgehellt: Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung seien angestiegen, während die Sparneigung weitgehend stagniere.
Die aktuellen Ergebnisse des Konsumklimas zeigen, dass die Konsumenten für den Konsumklima-Indikator für Februar 2026 einen (im Vergleich zum Vormonat) Anstieg von 2,8 Zählern auf -24,1 Punkte erwarten. Neben einem moderaten Zuwachs der Anschaffungsneigung trage vor allem der deutliche und sprunghafte Anstieg der Einkommenserwartung zu dieser Verbesserung bei. Die Sparneigung wiederum habe in diesem Monat keinen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Indikators, da sie mit -0,8 Zählern nahezu unverändert sei und bei knapp 18 Punkten auf einem sehr hohen Niveau stagniere.
„Mit dem aktuellen Anstieg kann das Konsumklima die starken Verluste aus dem Vormonat zu einem wesentlichen Teil gutmachen. Das Niveau bleibt jedoch niedrig. Der Einkommensindikator gewinnt im Januar 12 Zähler hinzu und weist nun 5,1 Punkte auf. Die Erhöhung des Mindestlohnes zum 1.1.2026 sowie gesunkene Inflationsängste der Verbraucher beleben offenbar die Aussichten auf bessere Einkommen“, erklärt Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM. „Ob sich der positive Trend in den kommenden Monaten festigen kann, bleibt jedoch abzuwarten. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen sowie eine Eskalation der Handelskonflikte könnten die Stimmung schnell wieder zum Kippen bringen. Somit steht die aktuelle Aufhellung durchaus auf tönernen Füßen.“
Anschaffungsneigung profitiert von verbesserten Einkommensaussichten
Von den verbesserten Einkommensaussichten profitiert laut NIM in diesem Monat die Anschaffungsneigung der Verbraucher: Der Indikator gewinnt 3,5 Zähler hinzu und klettert damit auf -4,0 Punkte. Ein besserer Wert wurde zuletzt mit -2,1 Punkten im März 2022 gemessen. Neben der verbesserten Einkommensstimmung spiele für die Konsumneigung auch stets das Thema Inflation eine wichtige Rolle: Tiefergehende Analysen des NIM zu den Gründen für die getrübte Anschaffungsneigung zeigten, dass die überwiegende Mehrheit der Verbraucher hohe bzw. steigende Preise als wesentlichen Grund angebe. Hier habe sich zuletzt eine Entspannung abgezeichnet, da die Inflationsrate im Dezember 2025 in Deutschland auf 1,8 % gesunken ist.
Die Konjunkturerwartungen starten verbessert in das neue Jahr
Die Konjunkturaussichten für die kommenden zwölf Monate schätzen die Verbraucher zu Jahresbeginn laut NIM ebenfalls positiver ein: Der Indikator gewinnt 5,4 Zähler hinzu und weist nun 6,6 Punkte auf. Dies sind 8,2 Punkte mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Mit dem zweiten Anstieg in Folge verstärkten sich also die Hinweise, dass die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Verbraucher nach drei Jahren Rezession bzw. Stagnation wieder auf einen moderaten Wachstumspfad zurückkehren könnte. So gehen die Wirtschaftsexperten derzeit davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr mit einem Plus des Bruttoinlandsproduktes von etwa einem Prozent rechnen kann.
GfK Konsumklima powered by NIM
Das GfK Konsumklima existiert seit 1974 und gilt als wichtiger Indikator für das Konsumverhalten der Verbraucher und als Wegweiser für die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Seit Oktober 2023 wird es gemeinsam von NIQ/GfK und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM), Gründer der GfK, herausgegeben.



