31.07.26 – DAB+ vor 15 Jahren gestartet

Vielfalt und Klangqualität im Radio

Mit dem Start der ersten nationalen DAB+-Programmplattform am 1. August 2011 begann vor 15 Jahren in Deutschland eine neue Ära des Hörfunks.

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Seit 15 Jahren gibt es das Digitalradio DAB+ in Deutschland. © Digitalradio Büro Deutschland

 

Was mit nur wenigen Senderstandorten und einer begrenzten Programmauswahl begann, ist heute ein nahezu flächendeckendes digitales Rundfunknetz mit einer Programmvielfalt, die über UKW niemals möglich gewesen wäre. DAB+ hat sich in den 15 Jahren vom Nachfolger des analogen UKW-Radios zum wichtigsten Treiber der Hörfunk-Digitalisierung entwickelt. Es verbindet die Stärken des klassischen Radios – also die kostenlose Nutzung, die einfache Bedienung, eine hohe Reichweite und Krisenfestigkeit – mit klarem, digitalem Klang. Deutschland zählt heute zu den erfolgreichsten DAB+-Märkten Europas. Radiosender, Netzbetreiber, Politik, Medienanstalten und Gerätehersteller haben gemeinsam die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Millionen Menschen Radio heute digital über Antenne hören.

Rekordwerte bei Reichweite, Versorgung und Vielfalt

Während zum Start im Jahr 2011 bundesweit lediglich rund 27 Senderstandorte aktiv waren, umfasst allein das erste nationale DAB+-Netz inzwischen 184 Standorte; bis zum Ende des Jahres soll es auf bis zu 192 anwachsen. Über 78 Mio. Menschen in Deutschland können die bundesweit verbreiteten Programme zuhause mit Zimmerantenne empfangen. Bundesweit, regional und lokal stehen inzwischen unterschiedliche Angebote mit weit über 300 Radioprogrammen digital-terrestrisch zur Verfügung. Mehr als 100 davon werden ausschließlich digital ausgestrahlt. Neben den Angeboten von ARD und Deutschlandradio nutzen heute zahlreiche private Radiomarken DAB+ für ihre Verbreitung.

Gerätemarkt: Vom Nischenprodukt zum Massenmarkt

Der Erfolg von DAB+ spiegelt sich deutlich im stetig wachsenden Geräteangebot wider. Verbraucher können inzwischen aus mehreren hundert Modellen wählen. Immer mehr davon verfügen bereits über den kommenden DAB+-Sicherheits-Service „Automatic Safety Alert“. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in den Haushalten: Den „Audio Trends 2025“ zufolge verfügen 40 % der deutschen Haushalte über mindestens ein DAB+-Radio. Allein gegenüber dem Vorjahr kamen rund zwei Millionen zusätzliche Haushalte hinzu.

Innovationen für Sicherheit und Resilienz

Neben Klangqualität und Angebotsvielfalt gewinnt DAB+ zunehmend als robuste Infrastruktur für den Bevölkerungsschutz an Bedeutung: Der bald verfügbare Service „Automatic Safety Alert (ASA)“ schützt die Bevölkerung in Not- und Krisenfällen mit verlässlichen Sicherheitsmeldungen im Radio. Hörer profitieren von einem System, das sie auch dann informiert, wenn Mobilfunk- oder Internetverbindungen unterbrochen sind. ASA arbeitet im Hintergrund automatisch, kann für den Wohnort regional angepasst werden und bietet eine hohe Verfügbarkeit. DAB+ kann große Teile der Bevölkerung zeitgleich und ohne zusätzliche Netzbelastung versorgen. Das macht die Technologie zu einem wichtigen Baustein für resiliente Informationsinfrastrukturen.

Nachhaltige Perspektive für die Radioverbreitung

Auch unter Nachhaltigkeitsaspekten spielt DAB+ eine wichtige Rolle: Die gemeinsame Verbreitung vieler Programme über eine gemeinsame Programmplattform, einen sogenannten „Multiplex“, ermöglicht eine effiziente Nutzung von Frequenzen und Infrastruktur. Gleichzeitig profitieren Programmanbieter von einer wirtschaftlichen digitalen Verbreitung, während Hörer kostenlose Inhalte ohne Datenverbrauch nutzen können. Die Studie „green radio" von BLM und Bayerischem Rundfunk (2021) zeigt zudem: Bei einer vergleichbaren Versorgung ist der Energieverbrauch bei der Ausstrahlung eines Programms über DAB+ deutlich geringer als bei der Ausstrahlung über UKW.

Gemeinsam die Zukunft des Radios gestalten

Der Erfolg von DAB+ ist das Ergebnis eines einzigartigen Schulterschlusses innerhalb der Branche. Öffentlich-rechtliche und private Programm-Veranstalter, Netzbetreiber, Gerätehersteller, Handel, Medienanstalten sowie Bundes- und Landespolitik haben in den vergangenen 15 Jahren die Digitalisierung des Hörfunks maßgeblich vorangetrieben. Getragen wird dies institutionell vom Digitalradio Deutschland e.V., in dem ARD, Deutschlandradio, private Veranstalter, Gerätehersteller und Netzbetreiber über ihre Kommunikations- und Marketingaktivitäten informieren. Private Anbieter beteiligten sich von Anfang an mit erheblichem Engagement an der Digitalisierung, während die Politik mit der EU-weiten Digitalradiopflicht für Neuwagen ab Ende 2020 erste regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen hat.