28.07.26 – Verbraucherstimmung in Deutschland
NIM: Konsumklima verharrt auf niedrigem Niveau
Laut des Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e.V. (NIM) hat sich die Verbraucherstimmung in Deutschland in diesem Monat geringfügig um 0,3 Punkte verschlechtert und verharrt damit auf niedrigem Niveau. Der leichte Rückgang sei vor allem auf niedrigere Einkommenserwartungen sowie eine höhere Sparneigung zurückzuführen. Wie die aktuellen Ergebnisse des „NIM Konsumklimas powered by GfK“ weiterhin zeigen, entwickeln sich die Anschaffungsneigung wie auch die Konjunkturerwartungen im Vergleich dazu etwas positiver.
Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM, erklärt: „Die Verbraucherstimmung bleibt weitestgehend unverändert. Die Anschaffungsneigung verzeichnet zwar einen moderaten Anstieg, bleibt aber nach wie vor sehr verhalten. Die Einkommensaussichten verzeichnen wieder einen leichten Rückgang und die Sparneigung zieht wieder moderat an. Die anhaltende Verunsicherung führt dazu, dass viele Haushalte beim Konsum nach wie vor zurückhaltend bleiben“.
Einkommenserwartungen trüben sich wieder ein
Die Einkommenserwartungen der Verbraucher, die sich in den letzten Monaten stetig etwas aufgehellt hatten, geben nun wieder leicht nach. Der Indikator sinkt um 2,3 Punkte auf ein Niveau von -14,5. Insgesamt schätzen die Menschen ihre finanzielle Lage in den kommenden zwölf Monaten eher pessimistisch ein.
Sparneigung weiter auf hohem Niveau
Der zu Jahresbeginn beobachtete Rückgang der Sparneigung setzt sich im Juli nicht weiter fort. Der Indikator steigt um 3,1 Zähler und liegt nun bei 17 Punkten. Im langfristigen Vergleich ist der aktuelle Wert sehr hoch: Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre lag die Sparneigung bei etwa -24 Punkten. Dies zeigt laut NIM, dass die Menschen es angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit für ratsam halten, zu sparen.
Anschaffungsneigung nimmt moderat zu
Die Anschaffungsneigung steigt moderat um 3,5 Zähler auf -9,9 Punkte und trägt damit zur Stabilisierung des Konsumklimas bei. Zwar wird der Zeitpunkt für größere Anschaffungen von den Verbrauchern aktuell wieder etwas günstiger eingeschätzt als im Vormonat, jedoch verbleibt der Indikator insgesamt auf einem niedrigen Niveau. Für das NIM deutet dies darauf hin, dass die Konsumbereitschaft weiterhin durch bestehende Unsicherheiten gedämpft wird.
Konjunkturerwartungen hellen sich leicht auf
Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher verbessern sich diesen Monat zum dritten Mal in Folge. Der Indikator steigt um weitere 2,4 Zähler auf -6,3 Punkte. Der Pessimismus geht weiter zurück. Dennoch rechnet die Mehrheit der Verbraucher mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwölf Monaten.
Inflationssorgen bleiben bestehen
Mit dem Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni sind die Preise an den Zapfsäulen spürbar gestiegen, was sich auch in den Preiserwartungen der Verbraucher widerspiegelt: Der entsprechende Indikator legt leicht um 0,8 Zähler auf -2,1 Punkte zu und signalisiert, dass die Inflationssorgen zuletzt wieder etwas zugenommen haben.



