25.06.26 – Verbraucherstimmung in Deutschland
Konsumklima laut NIM weiterhin schwach, aber stabil
Wie das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e.V. (NIM) meldet, stabilisiert sich die Verbraucherstimmung im Juni 2026 und nimmt um 0,5 Punkte leicht zu. Der moderate Anstieg resultiere aus einer etwas positiveren Einkommenserwartung, während Anschaffungsneigung und Sparneigung weitestgehend auf dem Niveau des Vormonats verbleiben – daher bleibt die Konsumlaune insgesamt verhalten.
Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM, bilanziert zum aktuellen Konsumklima: „Die Verbraucherstimmung stabilisiert sich derzeit auf niedrigem Niveau. Die Einkommensaussichten erholen sich nur wenig. Die Anschaffungsneigung verharrt im pessimistischen Bereich und auch die Sparneigung geht nicht zurück. Ein Aufwind in Richtung Vorkriegsniveau zeichnet sich daher noch nicht ab, auch wenn die Friedensverhandlungen und der Rückgang der Rohölpreise die Inflationssorgen der Verbraucher mildern und die Konjunkturerwartungen wieder etwas aufhellen.“
Geringfügige Erholung der Einkommenserwartungen
Die Einkommenserwartungen der Verbraucher, die sich im letzten Monat deutlich aufgehellt hatten, legen in diesem Monat nur leicht zu. Der Indikator steigt um 0,8 Punkte auf ein Niveau von -12,2. Insgesamt blicken die Konsumenten laut NIM damit weiterhin weniger optimistisch auf ihre zukünftige finanzielle Lage als vor Beginn des Iran-Krieges.
Anschaffungsneigung bleibt verhalten
Die Anschaffungsneigung dagegen verringert sich im Vergleich zum letzten Monat minimal (-0,2 Punkte), wodurch der Indikator nunmehr bei -13,4 Punkten steht. Aus Verbrauchersicht sei der Zeitpunkt, um größere Anschaffungen zu tätigen, daher weiterhin eher ungünstig.
Sparneigung weiter auf hohem Niveau
Die Sparneigung, die angibt, ob es die Menschen angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit für ratsam halten, zu sparen, zeigt sich unverändert. Der Indikator liegt wie im Vorjahr und im Vormonat bei 13,9 Punkten. Wie das NIM herausstellt, ist der seit Anfang des Jahres beobachtbare, leichte Rückgang der Sparneigung damit nicht nur vorerst zum Stillstand gekommen – im langfristigen Vergleich ist der aktuelle Wert zudem nach wie vor sehr hoch.
Nachlassender Pessimismus?
Wie das NIM weiter bekannt gab, verbessern sich die Konjunkturerwartungen der Verbraucher in diesem Monat erneut. Der Indikator steigt um 2,5 Zähler auf -8,7 Punkte. Damit rechne die Mehrheit der Verbraucher zwar weiterhin mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwölf Monaten, aber der Pessimus scheine nachzulassen.
Auch bei den Preiserwartungen zeigt sich eine positive Entwicklung: Diese gehen im Juni zum zweiten Mal in Folge zurück. Die Mehrheit der Verbraucher blickt daher weniger pessimistisch auf die Preisentwicklung der kommenden zwölf Monate. Im Vergleich zum Vormonat fällt der Indikator um 2,5 Punkte und weist einen Stand von -2,9 Punkten aus. Dieser Rückgang dürfte laut NIM noch auf den Tankrabatt zurückzuführen sein, der zum Ende des Monats ausläuft.
Für die Marktforschenden des NIM ist klar: Diese Entwicklungen dürften vor allem auf die jüngsten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zurückzuführen sein, denn: Die dadurch gestiegenen Erwartungen an eine Entspannung der geopolitischen Lage im Nahen Osten haben zu einer Beruhigung an den internationalen Energiemärkten beigetragen.



