10.06.26 – Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e. V.

Küchenbranche entwickelt sich stabil

Wie die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e. V. (AMK) anlässlich ihrer Wirtschaftspressekonferenz bekanntgab, hat sich die deutsche Küchenbranche letztes Jahr in einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld stabil entwickelt.

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Gaben auf der Wirtschaftspressekonferenz der AMK einen Überblick über die wirtschaftliche Lage der deutschen Küchenbranche (v. l. n. r.): Alexander Wolf (NIQ/GfK), Volker Irle (CEO AMK), Bernd Weisser (nobilia-Werke) und Christian Gerwens (Miele & Cie.) © AMK

 

Die jährliche AMK-Wirtschaftspressekonferenz gibt einen Überblick über die wirtschaftliche Lage der deutschen Küchenbranche: So sei festzustellen, dass die Küche das Rückgrat der Möbelbranche bleibe, die Küchenmöbelindustrie habe sich 2025 gefestigt. Nach schwierigen Marktjahren lag der Gesamtumsatz der deutschen Küchenmöbelindustrie letztes Jahr mit rund 5,63 Mrd. Euro nur leicht unter dem Wert von 2024 (-0,42 %). Auch im Gesamtmarkt behaupten Küchenmöbel laut der AMK ihre starke Position und bleiben mit einem Anteil von 28,7 % am Möbelmarkt der bedeutendste Teilmarkt. Der gesamte Möbelmarkt war 2025 erneut leicht rückläufig (-1,1 %). „Die Zahlen zeigen, dass sich der Markt nach den Belastungen der vergangenen Jahre stabil entwickelt hat“, erklärt Bernd Weisser, Geschäftsleitung Marketing & Vertrieb bei nobilia und Vorstandssprecher der AMK. „Gleichzeitig bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Für eine stärkere Marktdynamik braucht es mehr Planungssicherheit, ein stabileres Konsumklima und neue Impulse aus dem Wohnungsbau.“

Küchenfachhandel steigert Umsatz

Laut GfK-Panelmarkt konnte der Küchenfachhandel seine Umsätze mit Küchenmöbeln in Deutschland um 3,9 % steigern. Zwar ging die Verkaufsmenge um 1,3 % zurück, der durchschnittliche Auftragswert stieg jedoch um 5,3 %. Nach einem Preisplateau in den vergangenen beiden Jahren spreche dies für eine stärkere Orientierung der Verbraucherinnen und Verbraucher an höherwertigen Küchenlösungen. Dies zeigt sich auch am durchschnittlichen Küchenpreis: Lag dieser 2025 bei 12.177 Euro, stieg er in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 weiter auf 12.404 Euro. Dies lasse auf eine wertorientierte Nachfrage schließen, auch die GfK-Daten zeigten, dass nicht allein allgemeine Preissteigerungen der Treiber des steigenden Küchendurchschnittspreises seien: Gefragt sind unter anderem bessere Energieeffizienzklassen, größere Geschirrspüler, Kochfelder mit integriertem Dunstabzug sowie designorientierte Lösungen wie matte Oberflächen und schwarze Einbaubacköfen. „Der höhere Durchschnittswert zeigt, dass viele Kaufentscheidungen heute stärker über den erwarteten Nutzen getroffen werden“, sagt Alexander Wolf, NIQ/GfK Consultant CSM I Elektrogroßgeräte. „Wer in eine neue Küche investiert, denkt langfristig. An Verbrauchskosten, Bedienkomfort, Platznutzung und die gestalterische Integration in den Wohnraum. Für den Küchenfachhandel ist das ein Vorteil, weil er diese Anforderungen in Beratung und Planung zusammenführen kann.“

Hausgeräte: Küchenfachhandel gewinnt weiter an Bedeutung

Auch bei Hausgeräten zeigt sich laut der AMK die wachsende Bedeutung küchennaher Vertriebskanäle. Während der Gesamtmarkt für Haushaltsgeräte 2025 unter Druck stand, konnten die Küchenspezialisten ihren Anteil im Markt für die klassischen Haushaltsgroßgeräte laut GfK von 14,9 auf 15,6 % ausbauen. Besonders deutlich werde die Stärke des Küchenfachhandels bei Einbaugeräten im Möbel- und Küchenfachhandel, denn hier entwickelte sich das Geschäft 2025 positiv: Die Verkaufsmenge stieg um 0,8 %, der Verkaufsumsatz um 2,0 % und der durchschnittliche Auftragswert beziehungsweise Preis um 1,2 %. „Hausgeräte werden im Küchenfachhandel nicht isoliert verkauft, sondern als Teil eines geplanten Gesamtsystems“, sagt Christian Gerwens, Geschäftsführer Miele Deutschland und Senior Vice President DACH, Miele & Cie. sowie AMK-Vorstandssprecher. „Genau darin liegt die Stärke dieses Vertriebskanals: Beratung, Planung, Möbel, Geräte und Nutzung werden zusammen gedacht.“

Ausblick

Der Start in das Jahr 2026 sei für die deutsche Küchenmöbelindustrie zunächst positiv ausgefallen, bleibe in seiner Dynamik jedoch uneinheitlich. Daher geht die AMK für 2026 weiterhin von einer Seitwärtsbewegung aus, eine nachhaltige Markterholung wird erst in den Folgejahren erwartet. Auf die mittelfristige Entwicklung blickt die AMK verhalten optimistisch, denn Küchenmöbel seien innerhalb der Möbelbranche der stabilste und wachstumsstärkste Teilmarkt. „2026 wird voraussichtlich noch ein Übergangsjahr“, fasst AMK-Geschäftsführer Volker Irle zusammen. „Die Branche hat sich stabil entwickelt, aber die Erholung bleibt fragil. Entscheidend wird sein, ob sich Konsumklima, Wohnungsbau und gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen weiter verbessern. Mittel- und langfristig bleibt die Küche jedoch einer der zentralen Wachstumstreiber der Möbelbranche.“