10.06.26 – HDE-Online-Monitor 2026
Auf Wachstumspfad im Netz
Laut Handelsverband Deutschland (HDE) werden die Umsätze des Online-Handels in Deutschland 2026 um nominal 4,3 % steigen, während der stationäre Bereich voraussichtlich nur um 1,6 % zulegen kann.
„Der Online-Handel ist auf dem Wachstumspfad. Die Branche hat es angesichts der schlechten Konsumstimmung nicht leicht, behauptet sich aber als Wachstumstreiber für den gesamten Einzelhandel“, resümiert stellvertretender HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp die Ergebnisse des HDE-Online-Monitors 2026. Tatsächlich gebe es keinen Bereich mehr, in dem der Online-Handel eine untergeordnete Rolle spielt.
Fairer Wettbewerb
Insbesondere Online-Marktplätze tragen die Steigerung, denn im vergangenen Jahr wurden satte 56,7 % der Umsätze im Netz über diese Plattformen erzielt. Das bedeutet ein Plus von 5,9 % im Vergleich zum Vorjahr. „Die hohe Dynamik im Bereich der Online-Marktplätze macht deutlich, wie wichtig es ist, dass es einen fairen Wettbewerb unter allen Anbietern gibt. Das ist leider mit Blick auf Temu oder Shein bis heute nicht der Fall. Da muss von der Politik noch deutlich mehr kommen. Es braucht konsequente und spürbare Strafen. Aber eben auch klar kontrollierbare Regelungen, damit jeder Beteiligte davon ausgehen muss, dass er auch erwischt wird“, betont der HDE-Hauptgeschäftsführer.
Laut HDE-Online-Monitor bestellten 65 % der Deutschen schon einmal im Ausland, 49 % davon in China. Mittlerweile liegt der Umsatzanteil ausländischer Anbieter am Online-Handel in Deutschland bei knapp elf Milliarden Euro; davon erzielen Temu und Shein rund 4,7 Milliarden Euro.
Dynamische Entwicklung
Grundsätzlich vergrößerte sich die Zahl der Online-Shopper 2025 in allen Altersgruppen um durchschnittlich 1,2 % verglichen mit dem Vorjahr, während in der Altersgruppe der über 55-Jährigen sogar ein Plus von 3,1 % auffiel. „Wer als Jugendlicher angefangen hat, online zu shoppen, hört mit steigendem Alter nicht plötzlich damit auf. Dasselbe gilt für die Nutzung von Social Media oder das Folgen von Influencern“, weiß Stephan Tromp. Auch die Verknüpfung mit Künstlicher Intelligenz gewinnt an Bedeutung: Schon heute nutzen 35 % der deutschen Verbraucher KI zur Recherche beim Kauf von Produkten.



