28.08.26 – Verband der deutschen Messewirtschaft

Auma sieht acht Trends für Messebranche

Die Auma, der Verband der deutschen Messewirtschaft, hat aus Gesprächen, Auswertungen und Beobachtungen im Rahmen der Jahrespublikation „Trends 2026/2027“ acht zentrale Trends für die Messebranche abgeleitet. Zentrale Botschaft: „Die deutsche Messewirtschaft ist resilient in turbulenten Zeiten“.

Auma-Trends-2026-27-Copyright-Auma.png

Unter dem Titel „Deutsche Messewirtschaft: Resilient in turbulenten Zeiten“ stellt der Auma die „Trends 2026/2027“ vor. © Auma

 
Kids-India-2023-Copyright-Kids-India-.jpg

Internationale Bühnen werden gezielt für Wachstum, Export und neue Zielgruppen genutzt. © Kids India

 

Beim Auma beobachtet ein 25-köpfiges Team kontinuierlich die Entwicklung der Messebranche. Im Austausch mit Ausstellern, Besuchern, Veranstaltern sowie Politik und Medien entsteht ein praxisnahes Marktbild. Daraus leitet der Auma acht zentrale Trends ab.

1. Daten erobern die Praxis: Aktivitäten, Projekte und Budgets werden 2027 stärker über belastbare, vertriebsnahe Kennzahlen legitimiert. Qualifizierte Kontakte, Leads, Entscheiderzugänge und deren Wirkung über Wochen und Monate zählen mehr als subjektive Eindrücke. Der Trend geht weg von „war eine gute Veranstaltung“ hin zu KPI-Systemen, CRM-Anbindung und vergleichbaren Auswertungen. Wer das nicht liefern kann, verliert intern leichter gegen scheinbar exakt messbare Digitalkanäle.

2. Doppelstrategie setzt sich durch: Unternehmen sichern ihr Stammgeschäft stärker über regionale Nähe und kosteneffiziente Formate ab, während sie internationale Bühnen gezielt für Wachstum, Export und neue Zielgruppen nutzen. 2027 wird diese Zweigleisigkeit zur Normalform, weil sie das Risiko verteilt: Stabilität wird lokal organisiert, Skalierung wird dort gesucht, wo Nachfrage entsteht – auch als Ausgleich für Schwächen im Heimatmarkt.

3. Effizienz und Zielgenauigkeit werden zur Eintrittskarte: Steigende Kosten und höherer Budgetdruck führen dazu, dass Beteiligungen und Maßnahmen härter priorisiert, fokussierter geplant und konsequenter auf Wirtschaftlichkeit geprüft werden. 2027 bleibt Aktivität zwar oft stabil, aber sie wird strategischer: weniger „dabei sein“, mehr Auswahl, mehr Anpassung von Konzepten mit der Erwartung, dass der Beitrag zum Geschäftserfolg nachvollziehbar ist.

4. Internationalität bleibt Vorteil, wird aber fragiler: Hohe Auslandsanteile stehen im Spannungsfeld von Geopolitik, Reisekosten, Infrastruktur und Regulierung. Für 2027 heißt das branchenunabhängig: Globale Reichweite ist wertvoll, aber nicht selbstverständlich; Zugang, Mobilität, reibungsarme Prozesse und verlässliche Rahmenbedingungen werden zum Wettbewerbsfaktor und zum Risiko, wenn sie fehlen.

5. Nachhaltigkeit wird nachweis- und kreislauforientiert: Kreislaufwirtschaft gewinnt, weil sie Material- und Ressourcenströme systematisch erfassbar macht und damit Transparenz schafft – Grundlage für Effizienzgewinne und glaubwürdige Verbesserungen. Gleichzeitig steigt 2027 der Druck auf belastbare Nachhaltigkeitskommunikation: Aussagen müssen belegt, transparent formuliert und oft unabhängig überprüfbar sein; wer das nicht kann, handelt sich Reputations- und Regulierungsrisiken ein.

6. Resilienz wird zur Produktanforderung: Handlungsfähig bleiben, schnell anpassen und Vertrauen ermöglichen – gerade unter wirtschaftlich und politisch turbulenten Bedingungen. Orte und Formate, die persönlichen Austausch, Orientierung und Geschäft auch dann sichern, wenn es „rau“ wird, gewinnen an strategischer Bedeutung. 2027 ist Resilienz aber nicht nur Kultur, sondern auch Operative: weniger Friktion durch effizientere Prozesse, digitale Verfahren und verlässliche Infrastruktur, sonst wird aus Widerstandsfähigkeit ein Marketingwort ohne Substanz.

7. Sicherheit wird Wachstumsthema: Die veränderte Lage führt dazu, dass Plattformen und Angebote rund um Bevölkerungsschutz, Verteidigung, IT-Security und kritische Infrastrukturen wachsen und bestehende Bereiche neue Schwerpunkte bekommen. 2027 wirkt Sicherheit branchenübergreifend als Beschaffungs- und Innovationsmotor: Anforderungen steigen, Kooperationen nehmen zu, und Fähigkeiten werden sichtbarer gemacht, die vorher eher Nische waren.

8. KI-Transformation wandert in den Maschinenraum: Weg von isolierten Tools, hin zu integrierten Systemen, kollaborativen Datenstrukturen und klaren Verantwortlichkeiten über IT, Marketing und Vertrieb hinweg. Entscheidend ist 2027 nicht, ob KI „eingesetzt“ wird, sondern ob sie wirtschaftlich trägt: Quick Wins wie mehrsprachige Assistenz, intelligentes Matchmaking oder Sales-Unterstützung setzen sich dort durch, wo das Kosten-Nutzen-Verhältnis belegt ist und Prozesse messbar besser werden. Das Leitprinzip bleibt nüchtern: realistische Machbarkeit statt KI-Theater.

Weitere Artikel zu: