28.04.26 – Verbraucherstimmung in Deutschland

Trend kippt weiter

Die Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e.V. berichtet, dass sich die Verbraucherstimmung infolge des Iran-Kriegs abermals verschlechtert. Der Konsumklima-Indikator des Instituts sinkt deutlich. Auch eine aktuelle Umfrage des HDE hat sich mit dem Iran-Krieg beschäftigt und macht die Unzufriedenheit im Einzelhandel sichtbar.

Innenstadt--graues-Wetter-Copyright-Meisenbach-Verlag-GmbH-KI-generiert.png

Sowohl das NIM als auch der HDE sehen anhand von Befragungen die Unzufriedenheit der Verbraucher. © Meisenbach Verlag GmbH/KI generiert

 

Den Erwartungen der Verbraucher nach, so das aktuelle NIM Konsumklima powered by GfK, sinkt der Konsumklima-Indikator für Mai 2026 nochmals deutlicher als im Vormonat. Besonders trüben sich dem Institut zufolge die Einkommenserwartungen ein, die auch in den vergangenen Monaten nachgegeben haben. Wie schon im März spielen laut NIM die abgekühlten Konjunkturerwartungen und die anziehenden Preiserwartungen eine entscheidende Rolle für diese Entwicklung. Eine Langfristanalyse des Instituts zeigt: Die Einkommenserwartungen sind eng mit der von den Verbrauchern erwarteten Inflation verknüpft. Diese ist im März infolge der Verteuerung der Energiepreise durch den Irankrieg gestiegen und sorgt dafür, dass die Konsumenten erneut mit Preissteigerungen rechnen. Zwar stieg der Indikator zu den Preiserwartungen im April etwas weniger starkt als noch im März, wofür das Institut die rückläufigen Preise der Tankstellen verantwortlich macht, allerdings sei das Niveau im Vergleich zu Beginn des Jahres erhöht. Zudem laste der Iran-Krieg weiter auf den Konjunkturaussichten. Die Befragten schätzen die Entwicklung der deutschen Wirtschaft in den kommenden zwölf Monaten weniger positiv ein als im Vormonat. Und auch die Anschaffungsneigung fällt merklich pessimistischer aus.

Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) hat sich mit den Auswirkungen des Iran-Kriegs beschäftigt. In einer aktuellen Umfrage unter Einzelhändlern zeigt sich, dass 85 % der Befragten die Kraftstoffsteuersenkung als unzureichend und als Tropfen auf den heißen Stein bewerten. Die Entlastungsprämie von 1000 € sorgt sogar für große Ablehnung: 83 % der Händler sehen die Zahlung einer solchen Entlastung als staatliche Angelegenheit an, nicht als Leistung der Arbeitgeber. Viele Handelsunternehmer sehen sich an der Schmerzgrenze: 89 % rechnen infolge des Krieges mit weiteren Kostensteigerungen und sind ratlos, wie sie die zusätzlichen Ausgaben erwirtschaften sollen. Infolgedessen sehen 72 % kurz- und mittelfristig Arbeitsplätze in ihrem Unternehmen in Gefahr. Der HDE fordert daher wirksame und schnelle Maßnahmen von der Politik.