18.08.26 – Fake-Shops mit deutscher Tarnung

HDE warnt vor getarnten China-Shops

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt Verbraucher aktuell vor scheinbar deutschen Online-Shops, hinter denen tatsächlich Anbieter aus China stehen: Die dahinterstehenden Shop-Betreiber beachteten oftmals die europäischen Vorgaben nicht.

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Der HDE warnt vor Online-Shops aus China mit deutscher Tarnung. © AddMeshCube/stock.adobe.com

 

Neben klassischen Fake-Shops, die nach einer Bestellung keine Ware liefern, breitet sich laut dem HDE aktuell ein weiteres problematisches Geschäftsmodell online aus: Scheinbar deutsche Online-Shops, hinter denen tatsächlich Anbieter aus China stehen. Bei den Verbraucherzentralen stünden bereits zahlreiche problematische Shops auf den Warnlisten. Sie treten häufig mit deutschem Namen, einer deutschen Domain und teilweise sogar mit einer europäischen Anschrift auf. „Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher werden bewusst in die Irre geführt und bestellen bei einem vermeintlich deutschen Shop. Das böse Erwachen folgt häufig erst, wenn die gelieferte Ware nicht dem entspricht, was auf der Internetseite versprochen wurde. Eine Rücksendung ist dann oft mit erheblichem Aufwand und hohen Kosten verbunden“, so Stephan Tromp, stellvertretender HDE-Hauptgeschäftsführer.

Laut Tromp basiere das Geschäftsmodell vieler dieser Anbieter darauf, dass hohe Rücksendekosten die Ausübung des Widerrufsrechts und sogar Reklamationen wirtschaftlich unattraktiv machen. Je nach Größe des Pakets könnten die Kosten für den Rückversand nach China den Warenwert deutlich übersteigen, weswegen viele Käufer auf ihr Widerrufsrecht verzichteten und die Ware stattdessen behalten würden.

Oftmals schwierig zu erkennen

Da viele dieser Shops über einen professionellen Internetauftritt verfügen, eine deutsche Domain und deutschsprachige Texte verwenden, seien sie oft nur schwer zu erkennen. Der HDE empfiehlt Verbraucherinnen und Verbraucher deshalb insbesondere das Impressum, den Unternehmenssitz sowie die Widerrufs- und Rücksendebedingungen zu prüfen, wie Stephan Tromp erklärt: „Befindet sich der Unternehmenssitz oder die Rücksendeadresse in China, sollten Verbraucher misstrauisch werden.“

Hilfreich seien zudem Erfahrungsberichte anderer Kunden: „Wer den Namen des Shops zusammen mit Begriffen wie ,Erfahrungen‘ oder ,Rücksendung‘ in eine Suchmaschine eingibt, erhält häufig schnell Hinweise darauf, ob der Anbieter seriös ist“, so Tromp weiter.

Rechtsdurchsetzung gefordert

Für den HDE ist klar: Ein Risiko beim Einkauf im Internet bestehe heute häufig nicht mehr nur darin, auf einen klassischen Fake-Shop hereinzufallen und gar keine Ware zu erhalten. Gefährlich seien auch professionell gestaltete Online-Shops, die wie deutsche Händler wirkten, Rückgaben durch hohe Kosten aber faktisch verhinderten. Folglich fordert der Handelsverband in Person vom stellvertretenden Hauptgeschäftsführer Tromp: „Fake-Shops und unseriöse Angebote schaden dem Vertrauen der Verbraucher in den Onlinehandel. Deshalb ist es wichtig, dass die für die Rechtsdurchsetzung zuständigen Stellen mit der Hilfe aufmerksamer Verbraucher sowie im Schulterschluss mit dem heimischen Handel gegen jedes einzelne dieser Angebote vorgehen. Da darf es keine falsch verstandene Toleranz geben. Diese Anbieter schaden den regeltreuen heimischen Unternehmen sowie den Verbrauchern.“