04.11.26 – Marktprognose
BVT sieht Technikmarkt 2026 weiter unter Druck
Laut einer Schätzung des Bundesverbands Technik des Einzelhandels (BVT) wird der Markt für technische Gebrauchsgüter 2026 um 3 % zurückgehen (im Vergleich zum Vorjahr). Für das Weihnachtsgeschäft erwartet der Verband ein Ergebnis zwischen leichtem Rückgang und Vorjahresniveau.
Laut einer Schätzung, die der Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT) bei einem Presse-Event am 3. November 2026 in Köln abgab, werden die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland 2026 voraussichtlich rund 45,5 Milliarden Euro für technische Gebrauchsgüter ausgeben (2025: 46,9 Mrd. Euro). Dies entspräche rund 3 % weniger als im Vorjahr. Die Schätzung umfasst auch die Käufe privater Kunden (B2C). Kaufimpulse setzen laut dem Verband aktuell etwa neue Smartphones, KI-PCs, Saugroboter und Kaffeegeräte für den Cold-Brew-Trend.
Erwartung für das Weihnachtsgeschäft: weniger Impuls, mehr Planung
Für das Weihnachtsgeschäft inklusive Black Week erwartet der BVT ein Ergebnis zwischen leichtem Rückgang und Vorjahresniveau. Rabatte starten immer früher, Kunden planen bewusster. Der Fachhandel setzte deshalb auf die Kombination aus Angebot, Beratung und Service, von der Lieferung über die Installation bis zur Abholung online bestellter Ware im Markt. Deutliche Kritik übt der Verband an der EU-Regulierung: „Brüssel fragt ständig, wie sich Bürokratie abbauen lässt. Mein Tipp: Einfach mal aufhören, neue zu produzieren! Bei den Verpackungsvorschriften haben Händler wegen des bürokratischen Irrsinns den Verkauf ins EU-Ausland eingestellt. Jetzt muss Brüssel zurückrudern. Erst den Handel ausbremsen und dann die eigenen Regeln reparieren – das ist doch absurd!“, so der BVT-Geschäftsführer Steffen Kahnt.
„KI kann viel. Anfassen kann sie nicht.“
Gleichzeitig verändere Künstliche Intelligenz, wie Kundinnen und Kunden Technik suchen und vergleichen. Den Kauf übernehme sie aber noch lange nicht. Hier zählten weiterhin Beratung, Service und Vertrauen, wie der BVT-Geschäftsführer Kahnt betont: „KI kann vieles erklären. Aber sie kann kein Smartphone in die Hand geben, keinen Fernseher vorführen und keine Kaffeemaschine ausprobieren lassen. Genau hier liegt eine Stärke des stationären Handels: Kunden können Technik vor dem Kauf selbst erleben.“
Rund neun von zehn Kunden informieren sich vor dem Technikkauf online, immer öfter mit ChatGPT & Co. Online stammt aber weniger als ein Prozent der Käufe aus KI-Weiterleitungen, und mit einer KI-Recherche kommt nach Einschätzung des Handels bislang höchstens jeder vierte Kunde ins Geschäft. „Generative KI verändert die Customer Journey grundlegend: Sie beeinflusst, wie Konsumenten Produkte recherchieren, vergleichen und auswählen. Für Marken und Händler wird es deshalb zur zentralen Frage, wie sie im Zeitalter der KI sichtbar und relevant bleiben“, sagt Andreas Peplinski, Director CSM bei NIQ.
„ChatGPT macht unsere Kunden schlauer. Aber die KI gibt kein Gerät in die Hand, stellt keine Rückfrage und repariert nichts. Wer gut vorbereitet zu uns kommt, will keine Wiederholung aus dem Chat, sondern echte Beratung und kann gleichzeitig die Technik auch live erleben“, sagt Frank Schipper, Vorstandsvorsitzender des BVT und Technikhändler.



