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26.04.19 – Interview

„Smart Home steht vor vielen Herausforderungen"

Ein Gespräch mit iRobot-Geschäftsführer Sebastian Klein über die Zukunft von Reinigungsrobotern, den „Roomba i7+” und künstliche Intelligenz im Haushalt.

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Vernetzbar und lernfähig, soll der neue „Roomba i7+” zum nahtlosen Smart Home Erlebnis beitragen. © iRobot

 
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iRobot-Geschäftsführer Sebastian Klein. © iRobot

 

Elektromarkt: Welche Position hat iRobot aktuell im deutschen Markt und wie soll sich diese in den kommenden Jahren entwickeln?

 Sebastian Klein: iRobot ist einer der führenden Hersteller für Saug- und Wischroboter und verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Bereich Robotik. Sowohl in der Kategorie Saugen als auch Wischen verfügen wir über führende Produkte, was sich auch in der positiven Marktentwicklung mit zweistelligem Wachstum im letzten Jahr zeigt. Auch für die kommenden Jahre erwarten wir weitere Zuwächse, da die Haushaltspenetration durch Innovationen der führenden Hersteller weiter steigen wird. Aktuell besitzen nur 3 bis 4 % der deutschen Haushalte einen Saugroboter – hier ist noch großes Potential vorhanden.

 Elektromarkt: Welche Strategien verfolgen Sie hierfür und welche Rolle spielt der Fachhandel?

 Sebastian Klein: Wir planen, unsere führende Marktposition mit Neuprodukten sowohl im Bereich Saug- als auch Wischroboter weiter auszubauen, wobei unser Fokus auf dem Premiumsegment liegt. Die Kategorie der Saug- und Wischroboter ist noch immer relativ neu, daher legen viele unserer Kunden großen Wert auf die Beratung im Markt und die Möglichkeit, das Gerät aus der Nähe zu begutachten. Darüber hinaus bieten wir über ausgewählte Partner ein Verleihprogramm an, mit dem Kunden unsere Produkte vor dem Kauf testen und sich vorab ein Bild vom Nutzen machen können. Unsere Erfolge zeigen, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind.

 Elektromarkt: Welche Aspekte werden in der zukünftigen Entwicklung für den Bereich Saugroboter von wesentlicher Bedeutung sein? Und wie greift iRobot diese mit dem neuen „Roomba i7+” auf?

 Sebastian Klein: Das Smart Home bietet enorme Möglichkeiten für Haushaltsroboter, insbesondere für Saugroboter. Das Smart Home ist ein sehr spannender Bereich, steht aber derzeit vor zahlreichen Herausforderungen, darunter die Diskrepanz zwischen dem Versprechen eines intuitiven, nahtlosen Smart Homes und einem oft fragmentierten Kundenerlebnis. Durch Technologien, wie das von iRobot entwickelte und im neuen „Roomba i7+” eingesetzte Smart Mapping, mit dem Verbraucher steuern können, welche Räume wann gereinigt werden sollen, können sie diese Herausforderungen bewältigen. Roboter können diese Technologien nutzen, um dem Smart Home einen räumlichen Kontext zu geben und zu verstehen, wo sich Räume und andere intelligente Geräte im Haus befinden. Dies ist wichtig, um ein intelligenteres, dynamischeres und benutzerfreundlicheres vernetztes Zuhause zu gestalten. Der „i7+” hat die Fähigkeit zu lernen und sich an den Grundriss eines Hauses zu erinnern. Darüber hinaus verfügt er mit der automatischen Absaugstation über ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Damit entleert sich der Roboter automatisch nach einem Putzvorgang, wodurch die Verbraucher wochenlang nicht an das Staubsaugen denken müssen.

 Elektromarkt: Welche Rolle spielen KI und Smart Home in diesem Zusammenhang?

 Sebastian Klein: In den nächsten fünf Jahren werden wir eine wachsende Anzahl von intelligenten, vernetzten Geräten und Sensoren im Haushalt sehen. Viele von ihnen werden drahtlos und batteriebetrieben sein, so dass sie bequem überall im Haus platziert werden können. Die Interaktion der Menschen mit dem Smart Home wird immer natürlicher, z. B. durch Sprache, und ohne, dass einzelne Apps mit dem jeweiligen Gerät kommunizieren müssen. Durch die Nutzung einer Vielzahl von vernetzten Geräten und Sensoren lernt das Haus Nutzungsmuster und Präferenzen kennen, um die Steuerung von Geräten schrittweise zu automatisieren. Der Schlüssel zu diesem Automatisierungsgrad liegt darin, dem Smart Home ein Verständnis für sein Umfeld zu vermitteln. Wie ist die Aufteilung des Hauses, und wo liegen bestimmte Zimmer? Wo befinden sich verschiedene intelligente Geräte im Haus? Durch die Zusammenführung verschiedener Arten von Sensoren und Geräten und das anschließende Verstehen ihrer Position und ihres Umfelds im Haus wird das Smart Home immer wertvollere Funktionen ermöglichen, die weit über die Funktionalität einzelner Geräte hinausgehen. Mit Mobilitäts- und Kartierungsfunktionen sind Roboter ideal geeignet, um dieses räumliche Verständnis des Hauses aufzubauen und zu erhalten.