18.06.26 – Erhöhte Nachfrage für Outdoor-Küchen
GFU: Genuss und Lifestyle im Freien sind gefragt
Sogenannte Outdoor-Living-Produkte zum Kochen und Leben unter freiem Himmel haben sich in Deutschland von einem temporären Phänomen zu einem Wachstumsmarkt entwickelt, wie die Branchenorganisation GFU informiert: Vor allem die Outdoor-Küche sei für viele Eigenheim- und Gartenbesitzer heute ein Statussymbol und Lifestyle-Statement.
Laut der GFU Consumer & Home Electronics GmbH ist die Outdoor-Küche mittlerweile durchaus vergleichbar mit der Einbauküche im Innenbereich. Carine Chardon, Geschäftsführerin der Branchenorganisation, erklärt: „Garten und Terrasse sind nicht nur Erholungsraum, sondern haben das Potential zum erweiterten Wohnbereich mit vollwertiger technischer Ausstattung. Die Küche emanzipiert sich gerade von den klassischen vier Wänden des Hauses. Dieser Trend ist weit mehr als eine temporäre Modeerscheinung. Für die Home-Electronics-Branche eröffnen sich hierdurch völlig neue, auch hochwertige Segmente. Die Nachfrage nach anspruchsvoller, modularer Technik, die den Witterungsbedingungen trotzt, wird in den kommenden Jahren strukturell steigen. Wir sehen hier erst den Anfang einer vielversprechenden Marktdurchdringung.“
Nachfrage nach Outdoor-Küchen steigt
Dieser Trend spiegelt sich laut der GFU auch in den Marktzahlen wider: So sei der Markt für Outdoor-Cooking in den letzten Jahren deutlich gewachsen und umfasst bereits 2020 im oberen Preissegment weltweit einen Umsatz von knapp acht Milliarden US-Dollar. Dieser werde bis 2034 voraussichtlich auf knapp elf Milliarden US-Dollar wachsen. In der DACH-Region soll der Markt im gleichen Zeitraum von 1,8 auf 2,4 Milliarden US-Dollar wachsen. Kein Wunder also, dass die Hersteller mit individuell auf das jeweilige Platzangebot konfigurierbaren Küchenzeilen viele Variationen für Outdoor-Küchen bieten – u. a. weg vom Holzkohlegrill hin zur vollausgestatteten und individuell konfigurierten, wetterfesten Kochlandschaft beispielsweise mit Pizzaofen, Plancha-Platte, integrierten Kühlschränken und Gasgrills.
Auch zwei deutsche Premium-Hersteller sind bereits im Outdoor-Segment vertreten:
- So hat Miele im Frühjahr 2026 seine erste Outdoor-Küche unter dem Namen „Dreams“ auf den Markt gebracht: Für individuelle Outdoor-Küchen von klein bis groß besitzt sie ein modulares Design mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten und Zubehören. Eines der Highlights des neuen Portfolios ist dabei der „Fire Pro IQ“, ein intelligenter Gasgrill, der Temperaturen präzise regelt und Rezeptschritte automatisch grillt.
- Liebherr wiederum sorgt mit Outdoor-Kühlschränken dafür, dass Getränke & Co. auch draußen gut gekühlt zur Verfügung stehen: Zwei aktuelle Modelle beispielsweise mit Glastür oder dekorfähiger Front bieten mit 107 Litern Nutzvolumen nicht nur viel Platz, sondern halten auch Temperaturen von -10 bis +32 °C stand und sind gemäß „IPX 4“-Klassifizierung spritzwassergeschützt.
Außenbereich als sozialer Lebensraum
Als Ursache sieht die GFU nicht zuletzt eine gesellschaftliche Verschiebung in der Wahrnehmung des Außenbereichs: Demnach haben sich Outdoor-Küchen von reinen Zubereitungsorten zu einem zentralen, strukturgebenden Bezugspunkt im Garten oder auf der Terrasse entwickelt. Dabei steht überwiegend nicht mehr allein die Funktion des Kochens und Essens im Vordergrund, sondern der Ort selbst als sozialer Lebensraum. So gelte die Outdoor-Küche mittlerweile als einer der wichtigsten Wünsche für den eigenen Außenbereich und wird damit als Element moderner Gartenplanung eingeordnet.
Der Hintergrund der Outdoor-Living-Bewegung begann laut GFU mit der Corona-Pandemie und dem Rückzug in die eigenen vier Wände. Auch bedingt durch die aktuelle geopolitische Lage habe der Urlaub zuhause an Bedeutung gewonnen – durch steigende Kosten für Urlaubsreisen und ein gestiegenes Klimabewusstsein werde die Notwendigkeit von Fernreisen zudem vermehrt hinterfragt. Eine Folge ist der wachsende Trend „Staycation“, in dessen Rahmen eine hochwertige Outdoor-Küche auch ein „Stück Urlaub zu Hause“ sein kann.
Unterstützt wird die Entwicklung aus Sicht der GFU auch vom wachsenden Einfluss südeuropäischer Koch- und Esskultur mit geselligem Kochen im Freien – Plancha und Pizzaofen kämen dabei gut zupass. Nicht zuletzt tragen Plattformen wie Instagram, Pinterest und TikTok dazu bei, Outdoor-Kochen zu einem visuellen und sozialen Trend zu machen. Kochsendungen, Food-Blogs und Lifestyle-Magazine machen das Konzept der Outdoor-Küche zudem auch für eine jüngere und breite Zielgruppe attraktiv und erstrebenswert.




