02.09.20 – IFA Special Edition 2020

gfu Insights & Trends: Auftakt in Berlin

Startschuss für eine ungewöhnliche IFA: Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Elektronikbranche bot heute die gfu in den Hallen der Berliner Messe.

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Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Gesellschaft, Märkte und natürlich die Elektronikbranche standen im Zentrum der gfu Insights & Trends. © Meisenbach

 
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Großes mediales Interesse: IFA-Chef Jens Heithecker im Interview. © Meisenbach

 
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Wie hat sich das Kaufverhalten – insbesondere bezüglich Consumer Electronics und Home Appliances – in den vergangenen Monaten unter dem Einfluss der Corona-Pandemie entwickelt? Das war die zentrale Frage der gfu-Studie 2020, deren Ergebnisse der neue Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH Kai Hillebrandt heute anlässlich der IFA-Auftaktveranstaltung "Insights & Trends" vorstellte. Und gute Nachrichten verkündete: Trotz (befürchteten) Einkommensrückgängen profitiert die Heim-Elektrobranche vom neuen Fokus auf die eigenen vier Wände ("Cocooning").

Zwar gab die Mehrheit (55 %) der befragten Berufstätigen an, dass es corona-bedingt keine Einbußen im Haushaltseinkommen gegeben habe, aber 17 % verzeichneten leichte (bis - 5 %), weitere 17 % spürbare (bis -20 %) und 8 % sogar schwere (mehr als -20 %) Einbußen.

Online und lokal profitieren

Weniger Geld in der Haushaltskasse, aber auch Furcht vor Ansteckung sowie veränderte Einstellungen, sorgten für ein verändertes Einkaufsverhalten bei den Befragten. Knapp die Hälfte (46 %) gab an, dass sich ihr Einkaufsverhalten Corona-bedingt verändert habe. Stärkster Unterschied: 84 % kaufen zielgerichteter ein und haben die Verweildauer in den Geschäften reduziert. 63 % sagten, dass sie aufgrund der Maskenpflicht seltener Einkaufen gehen. Profiteure des geänderten Kaufverhaltens sind sowohl der lokale Handel, als auch Onlinehändler: 58 % gaben an, dass sie ihre Einkäufe häufiger bei lokalen Händlern tätigten, 43 %, dass sie verstärkt online einkauften.

Gefragt: Alles fürs Zuhause

Nicht nur wie eingekauft wurde, sondern auch das Was und Wann hat sich corona-bedingt geändert. Bei den Befragten mit Änderungen im Einkaufsverhalten sagen 55 %, dass sie im Bereich Home Electronics geplante Anschaffungen vorgezogen hätten, 30 % haben Anschaffungen lediglich verschoben und nur 15 % ganz aufgehoben.

Dabei konnten nahezu alle Segmente des Home Electronics-Marktes zulegen: Kopfhörer (78 % vorgezogene Anschaffungen), PC-Zubehör (72 %) und Drucker (60 %) profitieren von deutlich häufigerem Arbeiten im Homeoffice; Smartphones (55 %), TV-Geräte (53 %) und Spielekonsolen (44 %) von mehr zuhause verbrachter Freizeit und dem Wunsch nach Home-Entertainment; Gefrier-/Kühlgeräte (89 %), Geschirrspüler (78 %) und Vakuumiergeräte (58 %) vom Trend, zuhause zu essen und Lebensmittel zu bevorraten.

„Wenn Menschen mehr Zeit daheim verbringen, steigt der Bedarf an Technik, die das Leben produktiver, unterhaltsamer und angenehmer macht. So ist es folgerichtig, dass die Branche in Corona-Zeiten insgesamt zulegen konnte. Die relativ hohe Anzahl an bisher nur verschobenen Anschaffungen stimmt uns optimistisch, dass der positive Umsatztrend auch fortbestehen kann“, so Kai Hillebrandt.