29.10.26 – Neue Chancen für Händler und Marken
Wenn KI das Weihnachtsgeschäft steuert
Bewusstere Entscheidungen der Verbraucher, gestützt von KI, werden das Weihnachtsgeschäft 2026 prägen – so lautet zumindest das Fazit einer Studie von NIQ und World Data Lab.
Dabei steht vor allem eines fest: Künstliche Intelligenz beeinflusst sowohl die Preiskalkulation, Bestandsplanung und Lieferketten auf der einen Seite als auch die Suche nach Geschenkideen auf der anderen.
Laut der Studie von NIQ und World Data Lab sind die Preise für Konsumgüter des täglichen Bedarfs zwischen 2021 und 2025 weltweit um 26 % gestiegen. Die meisten Verbraucher mit hohem Einkommen bezeichnen sich inzwischen als preisbewusst. Gespart wird bei Lebensmitteln und Haushaltswaren. Für Reisen, Unterhaltung oder digitale Abos wird weiter Geld ausgegeben. Das zeigt: Erlebnisse gewinnen gegenüber Besitz an Gewicht. Das Weihnachtsgeschäft wird damit selektiver. Verbraucher sparen generell nicht mehr oder weniger, aber entscheiden bewusster, wo sie sparen und wo sie sich etwas gönnen.
Warum Markenbekanntheit nicht mehr reicht
Eigenmarken legten zuletzt um 3 bis 4 % zu, Markenprodukte wuchsen nur um 1 %. Christina Schehl, Head of Retail & Distribution bei Capgemini in Deutschland, sagt: „Das zeigt, dass Verbraucher langjährige Kaufgewohnheiten zunehmend hinterfragen. Markenbekanntheit allein reicht vielen Konsumenten nicht mehr aus.“ Gefragt seien klarer Mehrwert durch Qualität, Komfort oder eine emotionale Bindung.
Wer in KI-Empfehlungen auftaucht
Immer mehr Verbraucher fragen Chatbots und KI-Assistenten nach Geschenkideen oder Produktvergleichen. KI-Systeme bewerten Produkte nach Preis-Leistungs-Verhältnis, Bewertungen, Produktdaten und Online-Reputation. Dadurch können auch kleinere Marken und Direct-to-Consumer-Anbieter vor etablierten Marktführern erscheinen. Sichtbarkeit wird verdient statt gekauft.
Schehl erklärt: „Künstliche Intelligenz entscheidet zunehmend darüber, welche Marken überhaupt sichtbar werden.“ Für Unternehmen hierzulande ist die Entwicklung eine große Chance. Etablierte Marken stehen damit vor der Aufgabe, ihre digitale Sichtbarkeit über die eigene Website hinaus neu zu denken.
Vertrauen bleibt ein Entscheidungsfaktor
Mehr Technologie wollen Verbraucher nicht sehen. Bei Standardsuchen und Nachkäufen erscheint KI als hilfreich. Bei Geschenken, Luxusartikeln oder persönlichen Anschaffungen wünschen sich viele dagegen menschliche Orientierung und Kontrolle. Vertrauen und Transparenz werden deshalb zu entscheidenden Erfolgsfaktoren.
Was nach der Empfehlung passiert
Eine gute Empfehlung nützt nichts, wenn Artikel nicht verfügbar sind oder Händler Liefertermine nicht einhalten können. Viele Händler setzen KI bereits für Nachfrage-Prognosen, Lagerplanung, Routen-Optimierung und das Management von Lieferausnahmen ein. Verbraucher erwarten verfügbare Bestände, transparente Lieferinformationen und problemlose Rücksendungen. Schehl ist überzeugt: Wer Kundenwünsche früh erkennt, die Verfügbarkeit intelligent plant und Lieferketten flexibel steuert, wird im Weihnachtsgeschäft die Nase vorn haben.



