24.07.26 – Neuer Report zum Thema Reparatur
Repartly: Wille zur Reparatur scheitert oft am Angebot
Das Reparatur-Unternehmen Repartly aus Gütersloh hat seinen jährlichen Reparatur-Report veröffentlicht: Die repräsentativen Zahlen aus einer YouGov-Befragung von 2.164 Personen zeigen vor allem zwei Dinge deutlich: Die deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher wollen reparieren. Aber offenbar gibt es am Markt derzeit nicht die richtigen Angebote, die dieser Nachfrage gerecht werden.
72 % der Deutschen sind beim Reparatur-Versuch eines defekten Haushaltsgeräts schon mal gescheitert – unter anderem dieses Ergebnis haben die repräsentativen YouGov-Daten für Deutschland aus dem Repartly Reparatur-Report 2026 hervorgebracht. Der Report beschreibt das Verbraucherverhalten im Umgang mit defekten Waschmaschinen, Wäschetrocknern und Spülmaschinen. Wir fassen im Folgenden einige Kernergebnisse kurz zusammen; mehr Einblicke in die Studie erhalten unsere Leserinnen und Leser dann in der Elektromarkt Ausgabe 03-2026, die am 25. August erscheint.
Aktuelle Ergebnisse aus dem Repartly Reparatur-Report:
Grundsätzlich will Deutschland reparieren (lassen): 81 % derjenigen, die außerhalb der Gewährleistung bereits mit kaputten Haushaltsgeräten konfrontiert waren, haben in mindestens einem Fall einen Reparatur-Versuch gestartet.
Die meisten Reparatur-Versuche bleiben jedoch erfolglos, weil die Reparaturkosten zu hoch sind.
63 % der Befragten ärgern sich über unattraktive Reparatur-Angebote – und die Mehrheit kauft das neue Gerät dann dort, wo es am günstigsten ist.
Nur ein Viertel der Bevölkerung glaubt, dass Fachhandel und Kundenservice bei einem defekten Gerät schnell und unkompliziert helfen.
Wenn eine Reparatur nicht möglich ist, erwirbt die Hälfte der Deutschen nicht noch einmal ein Haushaltsgerät derselben Marke.
38 % der Deutschen fragen inzwischen schon beim Kauf nach der Reparierfähigkeit von Geräten – in der Gen Z noch einmal deutlich mehr.
Lücke zwischen Nachfrage und Angebot
Ein Fazit der Studienautoren ist daher: Wer Reparaturen möglich macht, kann Kundinnen und Kunden binden. Wer Reparaturen verhindert, schafft negative Erfahrungen. Das neue „Recht auf Reparatur“ werde diese Problematik zeitnah weiter verschärfen – vor allem, weil 46 % der Bevölkerung nicht wirklich wissen, was dahinter steckt, und sich so mancher Kunde mit einer falschen Erwartungshaltung an Fachhändler oder Kundenservice wenden werde. Die Branche müsse nun also liefern. Nicht nur wegen des neuen Gesetzes, sondern auch, weil sie auf die Signale aus dem Markt hören sollte.
Weitere Insights auch auf der IFA 2026
Dr. Lennart Osthoff, Gründer und Geschäftsführer von Repartly, sieht im Reparatur-Interesse der Deutschen daher auch eine Chance, in der ein enormes Potenzial steckt. Wie genau sich dieses Potenzial nutzen lässt, theamtisiert Repartly auch mit seinem diesjährigen IFA-Auftritt, unter anderem im Rahmen einer Panel-Diskussion am Samstag, 5. September, um 11 Uhr auf der Dream Stage in Halle 25: Ein mit diversen Branchen-Experten (u. a. von Miele, Euronics und der GFU) hochkarätig besetztes Panel diskutiert unter dem Titel „From e-waste to value: Creating value beyond the first sale“ die Frage, wie Wertschöpfung jenseits des Erstkaufs in der Hausgerätebranche entstehen kann – und wie Reparaturen und Refurbishment zu strategischen Geschäftstreibern werden.




