02.04.26 – „Wir zeigen Haltung und setzen ein starkes Zeichen für die Zukunft!“
Metz: Gespräch mit Dr. Norbert Kotzbauer & Ullrich Sinner
Planbarkeit ist eine Sache, die der Fachhandel im aktuell stürmischen TV-Geschäft gut gebrauchen kann – wie eine partnerschaftliche und erfolgreiche Zusammenarbeit seit Jahrzehnten funktionieren kann, zeigt der TV-Hersteller Metz. Wir haben uns mit Geschäftsführer Dr. Norbert Kotzbauer und Vertriebsleiter Ullrich Sinner zur Strategie und den Zukunftsplänen der Traditionsmarke ausgetauscht.
Elektromarkt: Herr Dr. Kotzbauer, Herr Sinner, blicken wir zunächst einmal kurz zurück: Wie ist das Jahr 2025 für Metz verlaufen?
Norbert Kotzbauer: Hinsichtlich der klassischen Kennzahlen – verkaufte Stückzahlen, Umsatz, Marktanteil – sind wir mit dem Verlauf des letzten Jahres sehr zufrieden, wir konnten unsere Ziele erreichen. Darauf sind wir in dem aktuell schwierigen Markt auch stolz, denn es zeigt eindrücklich, dass unsere Strategie, auf den Fachhandel zu setzen, aufgeht.
Ullrich Sinner: Man kann sagen, dass wir 2025 unsere Position als Fachhandelsmarke noch einmal deutlich festigen konnten. Wir konnten sogar neue Händler – gerade im Fachmarkt-Bereich – hinzugewinnen, sodass wir mittlerweile bei ca. 1.700 Händlern stehen, die unser Metz-Konzept mittragen.
Elektromarkt: Nun haben sich viele der Rahmenbedingungen (Konsumflaute, schlechte Stimmung, politische Unsicherheiten) im Vergleich zu letztem Jahr kaum verändert – wie blickt Metz unter diesen Gesichtspunkten auf den TV-Markt im Jahr 2026?
Norbert Kotzbauer: Ich denke, auch 2026 wird es der Markt allein nicht richten. Wir glauben nicht, dass sich die Nachfrage im TV-Markt plötzlich in eine ganz andere Richtung drehen wird – so realistisch sollte man sein. Für uns folgt daraus, dass wir unsere erfolgreiche Strategie mit der klaren Ausrichtung auf den Fachhandel beibehalten.
Ullrich Sinner: Gerade unter diesen Bedingungen ist für uns eine Sache klar: Wir bleiben für unsere Partner eine berechenbare Größe, ohne Experimente. Mit uns kann der Fachhandel Geld verdienen, auch wenn der TV-Markt aktuell ein schwieriges Geschäft ist. Lassen Sie es mich einmal so formulieren: Wir sind alle abhängig vom Wind, aber jeder setzt seine Segel dabei anders. Um im Bild zu bleiben – auch bei schwachem Wind oder gar Gegenwind – bleiben wir unserem Kurs treu und setzen unsere Segel dementsprechend.
Elektromarkt: Dann bleiben wir doch noch einmal bei diesem „Kurs“: Metz versteht sich als Partner des Fachhandels, mit einer Zwei-Marken-Strategie. Warum sind das die richtigen Antworten für den TV-Fachhandel?
Norbert Kotzbauer: Ganz einfach formuliert, warum Metz die richtige Antwort für den Fachhandel ist? Weil man mit uns wertig verkaufen kann! Wenn der Markt schrumpft oder nicht wächst und ich als Händler also weniger Geräte verkaufe, dann muss ich mit höherer Wertschöpfung verkaufen – nur mit Zusatzleistungen und Serviceangeboten werde ich nicht auf meinen Bon kommen. Da braucht es schon auch noch ein gutes Geschäft mit dem Produkt und genau darauf ist unsere Vertriebsstrategie ausgerichtet: Wir produzieren Geräte für den Handel, Punkt! An unserer Zwei-Marken-Strategie sieht man, wie deutlich wir diesen Ansatz leben: Mit Metz Classic haben wir eine starke Marke, die für „Made in Germany“ steht – mit eigener Produktion und Entwicklung mit Kundendienst, umfassendem Service, also Attributen, die es ermöglichen, hochwertig zu verkaufen. Das ist ganz klar die Marke des (kooperierten) Fachhandels. Und daneben bieten wir mit Metz Blue eine breitere Produktpalette, auch im Einstiegssegment. Produkte, die preislich etwas günstiger liegen, aber dennoch wertig sind. Auch dieses Portfolio wollen wir noch stärker für den Handel aufwerten, um Partnern aller Marktgrößen noch mehr Möglichkeiten und Verkaufsargumente zu geben.
Ullrich Sinner: Genau darum geht es: Mit unseren beiden Marken versuchen wir, möglichst alle Bedürfnisse des Handels – vom kleinen Fachhändler bis zum großen Fachmarkt – zu erfüllen. Was man dabei nicht vergessen darf: Wir sind mit beiden Marken in denselben Kanälen unterwegs und wir verzichten dabei sogar bewusst auf einzelne Vertriebskanäle! Unsere Partner können sich darauf verlassen, dass wir keine Störfeuer in anderen Kanälen schüren. Zusammengefasst bedeutet das: kein Direktvertrieb, keine aggressiven Online-Aktionen, keine UVP-Verwerfungen. Wir tun das bewusst, weil wir glauben, dass dies letztlich zu unserem und zum Wohl des Handels ist.
Elektromarkt: Können Sie uns schon einen Ausblick auf geplante Neuheiten bei beiden Marken geben?
Ullrich Sinner: Wir haben auf der Koop ein Sondermodell bei Metz Blue zur anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft vorgestellt: Mit Top-Ausstattung wie Front-Ton, drehbarem Mittelfuß und einem Aufnahmemedium – ideal für die Spiele, die durch die Zeitverschiebung ja teilweise zu sehr späten Zeiten stattfinden. Das Gerät wird es in 43, 50 und 55 Zoll geben. Sondermodell heißt hier aber nicht „billiger“, sondern besser ausgestattet – mehr Komfort, mehr Funktion, mehr Qualität. Zudem haben wir in Hannover eine Designstudie unseres Art-TV von Metz Blue gezeigt – ein TV im Stil eines Bilderrahmens. Das Konzept haben wir bewusst zunächst mit unseren Fachhandelspartnern diskutiert. Die Rückmeldungen werten wir nun bis Sommer aus. Weitere Neuheiten beider Marken wird es dann natürlich zur IFA in Berlin geben.
Dieses Interview ist Teil der Elektromarkt-Ausgabe 01-2026, die Sie hier komplett finden können.
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