24.04.26 – Praktiken von Temu und Shein

HDE: Unfairer Wettbewerb aus China kostet Wirtschaft Milliarden

Der Handelsverbandes Deutschland (HDE) hat die Ergebnisse einer aktuellen Studie bekannt gegeben: Demnach kostet der unfaire Wettbewerb mit Temu und Shein die deutsche Wirtschaft 2,4 Mrd. Euro im Jahr.

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Der HDE beklagt den unfairen Wettbewerb mit Temu und Shein. © Meisenbach GmbH – erstellt mit KI

 

Die Online-Plattformen und -Händler Temu und Shein liefern täglich 460.000 Pakete nach Deutschland, EU-weit sind es zwölf Millionen Pakete pro Tag (2025). Das Problem laut HDE dabei: Die beiden Unternehmen verstoßen gegen zahlreiche EU-Regeln. Am Ende stehe damit ein unfairer Wettbewerb, gegen den Händler aus der EU keine Chance hätten. Dadurch gehen laut aktueller IW-Studie im Auftrag des HDE der deutschen Wirtschaft jährlich 2,4 Mrd. Euro Wertschöpfung verloren, davon 1,3 Mrd. Euro allein im Einzelhandel. Durch die Missstände entgingen Bund, Ländern und Kommunen zudem 429 Mio. Euro Steuereinnahmen pro Jahr. Darüber hinaus fielen durch den unfairen Wettbewerb über 40.000 Arbeitsplätze in Deutschland weg, davon 28.300 Arbeitsplätze allein im Einzelhandel.

„Die Lage ist eindeutig. Die Politik hat bei dem Thema trotz großer Versprechungen noch immer nicht geliefert. Temu und Shein halten sich oft nicht an die rechtlichen und regulatorischen Vorgaben, liefern unsichere Ware

in unseren Markt, die mitunter gesundheitsgefährdend ist, und bringen viele heimische Händler an den Rand des Ruins. Denn anders als Temu und Shein werden die hiesigen Händler streng kontrolliert und halten sich an alle Gesetze und Steuersätze“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. „Die aktuellen Daten machen die Dramatik der Lage deutlich: Die massenhaften Regelverstöße von Temu und Shein schädigen den Einzelhandel und die gesamte deutsche Wirtschaft in großem Umfang. Wenn die Politik nach Jahren des Zuschauens hier nicht endlich massiv und spürbar tätig wird, dann sehe ich schwarz für den Standort Deutschland. Wenn sonst nichts hilft, muss bei solch massiven Regelverstößen der Stecker gezogen werden. Wettbewerb ist gut, aber er muss fair sein.“

Forderung des HDE

Der HDE fordert im Zuge dessen den Zoll auf, ähnlich wie in Frankreich bei der Einfuhr der Pakete mit massiven Schwerpunktkontrollen deutliche Signale zu setzen und den Kontrolldruck zu erhöhen. Darüber hinaus erneuert der Verband seine Forderung, dass jeder Händler und jede Plattform aus Drittstaaten einen solventen und in der Praxis erreichbaren Repräsentanten innerhalb der EU haben muss, damit bei Verstößen Sanktionen durchgesetzt und rechtskonformes Verhalten sichergestellt werden kann.

Weitere Informationen

Die kompletten Ergebnisse der Studie finden sich zum Download auf der Website des HDE. Die repräsentative IW-Studie im Auftrag des HDE wurde im Februar 2026 unter 4.000 Befragten im Alter von 16-69 Jahren durchgeführt.

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