20.10.26 – Audio Trends 2026

DAB+ treibt Hörfunk-Digitalisierung

Die aktuellen Audio Trends 2026 der Medienanstalten zeigen: Die Nutzung des digital-terrestrischen Radios DAB+ steigt weiter.

DAB--Aktionszeit-Motiv-Herbst-2025-Copyright-ARD-Koordination-DAB----Adobe-Stock.jpg

Die Nutzung von DAB+ steigt weiter an. © ARD Koordination DAB+ / Adobe Stock

 

Das digitale Radio DAB+ bleibt ein starker Treiber der Digitalisierung des Hörfunks – dies geht aus den aktuellen Audio Trends 2026 der Medienanstalten hervor. Die jährlich veröffentlichten Audio Trends sind ein unabhängiger Indikator für die Entwicklung des digitalen Hörfunkempfangs in Deutschland. So nutzen DAB+ oder Webradio inzwischen 66 % der Radiohörenden. Rund 42 Millionen Menschen gehören zum weitesten Hörerkreis, also zu den Personen ab 14 Jahren, die in den vergangenen vier Wochen Radio über digitale Empfangswege gehört haben. Gegenüber 64 % im Jahr 2025 setzt sich der positive Trend fort.

DAB+ wächst und liegt vor Webradio

DAB+ liegt in der Nutzung weiterhin vor Webradio. Innerhalb von vier Wochen hören 25 Millionen Menschen DAB+. Das entspricht 39 % der Radiohörenden und einem Plus von drei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. An einem durchschnittlichen Tag nutzen mehr als 14 Millionen Menschen DAB+. Die Verweildauer bleibt mit 156 Minuten stabil. Webradio erreicht innerhalb von vier Wochen mehr als 17 Millionen Menschen. Das entspricht 27 % der Radiohörenden, gegenüber 26 % im Jahr 2025. Täglich hören durchschnittlich 5,6 Millionen Menschen Webradio; die Verweildauer liegt bei stabilen 113 Minuten.

Haushaltsausstattung wächst

Auch die technische Ausstattung entwickelt sich weiter: 41 % der Haushalte verfügen inzwischen über mindestens ein DAB+-Gerät, nach 40 % im Vorjahr. 28 % der Bevölkerung ab 14 Jahren haben Zugang zu einem DAB+-Autoradio; 2025 waren es 25 %. Die Netto-Digitalisierungsquote liegt bei 78 %, nach 77 % im Vorjahr. Diese bezeichnet den Anteil der Radiohörenden, die mindestens ein DAB+-Gerät besitzen oder bereits Webradio genutzt haben.

Ländervergleich: Spitzenreiter Bayern, Dynamik in Schleswig-Holstein

47 % der bayerischen Haushalte haben mindestens ein DAB+-Radio, es folgen Sachsen-Anhalt (45 %), Thüringen (44 %) und Sachsen (43 %). Der Bundesdurchschnitt liegt bei 41 %. Mit 181 Minuten weist Bayern zudem die höchste Verweildauer der DAB+-Hörenden auf. 2025 waren es dort 173 Minuten, bundesweit sind es 156 Minuten.

Schleswig-Holstein legt bei der DAB+-Nutzung überdurchschnittlich zu: 44 % der Radiohörenden haben innerhalb von vier Wochen DAB+ gehört (2025: 38 %). Das sind sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Im Länder-Ranking rückt das nördlichste Bundesland damit auf den dritten Platz vor (gleichauf mit Sachsen; davor liegen Thüringen mit 48 % und Bayern mit 45 %). Gemessen an der Verweildauer entfallen in Schleswig-Holstein 26 % der Radionutzung auf DAB+ und Webradio zusammen (2025: 22 %). Höhere Werte haben nur Bayern und Sachsen. In Schleswig-Holstein soll die Programmverbreitung bis 2031 schrittweise vollständig von UKW auf DAB+ und IP umgestellt werden. Darauf haben sich die Programmanbieter und das Land verständigt.