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16.05.19 – TV-Hersteller

Loewe meldet Insolvenz an

Nach 2013 meldet der Premium-TV-Hersteller nun zum zweiten Mal Insolvenz in Eigenverwaltung an. Das erste Quartal 2019 sei schlechter verlaufen als erwartet.

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Auch in der Sanierungsphase soll der Geschäftsbetrieb des TV-Herstellers ohne Einschränkungen weiter laufen. © Loewe

 
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Dr. Ralf Vogt, Vorsitzender der Loewe-Geschäftsführung. © Loewe

 

Im offiziellen Schreiben des Kronacher Unternehmens heißt es: „Wie in der gesamten Branche wird auch unser Geschäft durch die anhaltende Marktschwäche bei Fernsehgeräten schwer belastet.“ Laut Dr. Ralf Vogt, dem Vorsitzenden der Loewe-Geschäftsführung, ist das relevante Marktsegment in der gehobenen Preisklasse im laufenden Quartal um 20 % rückläufig. „Wir haben uns deshalb entschlossen, auf diesem Weg die weitere Sanierung von Loewe im Rahmen unseres Zukunftskonzeptes zu forcieren.“

Geschäftsbetrieb läuft weiter

Die Eigenverwaltung biete, so das Unternehmen, einen rechtlichen Rahmen, um sich bei laufendem Geschäftsbetrieb in enger Abstimmung mit den Gläubigern neu aufzustellen. Die unternehmerische Verantwortung bleibt in den Händen der Geschäftsführung, die die Sanierung selbst steuert. Unterstützt wird sie dabei von Reiner Denzler (Kanzlei DDHW) und Dr. Sebastian Braun (Rechtsanwälte Reinhart Kober Großkinsky). „Der Geschäftsbetrieb von Loewe geht während der Sanierung ohne Einschränkungen weiter“, betont Ralf Vogt. „Wir können alle Kundenaufträge planmäßig erfüllen und werden auch unsere Lieferantenverbindlichkeiten begleichen, die während des Verfahrens entstehen.“ Auch die Löhne und Gehälter der gut 500 Mitarbeiter seien gesichert.

Wie Vogt betont, ändere sich auch an den Eckpfeilern des Zukunftskonzeptes nichts, vielmehr forciere man noch stärker die Entwicklung von Loewe vom reinen Fernsehgeräte-Hersteller zum System-Anbieter für Technologien im vernetzten Home Entertainment mit besonderer Kompetenz für personalisiertes Sehen und Hören. Daneben wolle man in Zukunft verstärkt in Audio-Lösungen investieren, so Vogt. Zusätzlich seien Plattform-Applikationen und digitale Services, Systeme und Anwendungen für das vernetzte Zuhause geplant. Zurzeit arbeite Loewe mit Hochdruck an einem modular aufgebauten Home Entertainment System, das erstmals zur diesjährigen IFA in Berlin präsentiert werden wird.

Omni-Channel-Ansatz im Vertrieb

Im Vertrieb will Loewe die bewährte Partnerschaft mit dem qualifizierten Fachhandel insbesondere in den deutschsprachigen Ländern weiter ausbauen. „Im Zuge unseres Omni-Channel-Ansatzes erhöhen wir außerdem über den Online-Vertrieb die Sichtbarkeit der Marke vor allem bei einem jüngeren Publikum. Geplante neue Produkt-Kategorien, beispielsweise im Audio-Bereich, sind besonders für diesen Vertriebsweg geeignet“, so der Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb, Peter Nortmann.