08.01.26 – Gastbeitrag

CES 2026: Schöner sehen, besser hören, smarter leben

Das erste Branchenereignis des Jahres bestimmt die Richtung: Was die Tech-Messe CES im Zockerparadies Las Vegas zeigt, setzt die Trends für die kommenden zwölf Monate. Unser Gastautor Wolfgang Tunze berichtet darüber ausführlich im Elektromarkt Extra 01/2026, das am 29. Januar erscheint – einen ersten Teaser gibt es bereits hier.

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„Micro-RGB“-Flaggschiff von Samsung: Mit einem Diagonalmaß von 130 Zoll stellt das neue Modell einen Größenrekord auf. © Tunze

 
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Automatische Installation: Die „Soundsuite“ von LG kalibriert sich mit „Dolby Atmos Flexconnect“. © LG

 

Eine der farbigsten Botschaften der Elektronik-Schau lautet: TV-Bildschirme sind in diesem Jahr um eine Gattung reicher. Prototypen des neuen Display-Typs gab es in den letzten Jahren immer mal wieder zu sehen, erste marktreife Geräte zeigten Samsung und Hisense auf der CES vor einem Jahr. Jetzt sind die neuen Schirme bei allen großen Herstellern in breiter Auswahl zu sehen. Wie üblich tragen sie unterschiedliche Namen; das Kürzel RGB aber taucht darin meistens auf. Gemeint ist: Die neuen Displays gehören zur Großgattung LCD, hinterleuchten das Panel aber nicht mehr mit weißen oder blauen Leuchtdioden, sondern mit winzigen Lichtquellen in den Grundfarben Rot, Grün und Blau. Der Gewinn an Leuchtkraft und Kontrast ist unübersehbar; die neuen Schirme rücken in der Qualität sogar schon nahe an die besten OLED-Versionen heran. Samsung ist besonders stolz auf seine Lösung: Die Koreaner arbeiten mit winzigen Leuchtzellen, die nur 100 Mikrometer messen. Eindrucksvoll ist auch Samsungs „Micro-RGB“-Line-Up für das Jahr 2026: Angeführt von einem Modell mit dem wandfüllenden Diagonalmaß 130 Zoll soll es kleinere Kaliber hin zur Größe 55 Zoll geben.

Und noch weitere Bildverbesserungen sind in diesem Jahr zu erwarten: Dolby geht mit seinem erweiterten System „Dolby Vision 2“ an den Start, das die Bildsignale perfekt an die Fähigkeiten des Displays anpassen soll, um somit aus jedem Gerät das Optimum herauszukitzeln. Die neue Technik wird voraussichtlich nach und nach in die neuen Geräte aller Marken einziehen, die bisher „Dolby Vision“ unterstützen. Samsung hat auf der CES sein eigenes technisches Gegenstück zur Dolby-Lösung vorgeführt, „HDR+ Advanced“ genannt.

Auch für den Audio-Part im Heimkino tritt Dolby mit einer neuen Technik an. Sie heißt „Dolby Atmos Flexconnect“ und soll die Installation einer kompletten Mehrkanalanlage erleichtern: Die Lautsprecher erkennen einander im Set-Up, registrieren ihre Position und passen ihre Wiedergabe automatisch an, ganz gleich, wo sie stehen. LG hat in Las Vegas bereits ein solches Lautsprechersystem mit dem Namen „Soundsuite“ vorgestellt. Samsung hat ähnliche, eigene Lösungen parat: Mit den neuen Lautsprechern „Music Studio 5“ und „7“ lassen sich ebenfalls komplette Surround-Anlagen frei konfigurieren.

Ein weiteres großes Branchenthema ist der immer intensivere Einsatz von künstlicher Intelligenz, kurz KI. Sowohl Samsung als auch LG haben gleich zwei KI-Systeme, nämlich „Google Gemini“ und „Microsoft Copilot“, in ihre Fernsehgeräte integriert und laden mit eingebauten Mikrofonen in den Fernbedienungen zum Dialog mit dem Bildschirm ein: Auf jede Frage zum laufenden Programm hält eines der beiden Systeme passende Antworten parat. Damit nicht genug: Die KI verbindet auch die Unterhaltungselektronik und die Hausgeräte zu umfassenden, aufeinander abgestimmten Systemen, in denen sogar clevere Haushaltsroboter wie der Knirps „Cloid“ von LG ihren Platz haben.

Über den Autor

Wolfgang Tunze lebt und arbeitet als freier Journalist in Hamburg. Er schreibt unter anderem regelmäßig für den Technik-Teil der FAZ.